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Wohnen im Alter - Immer mehr Optionen stehen zur Wahl

Wenn Eltern alt werden | thyssenkrupp Encasa Magazin

Bis ins hohe Alter ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben führen – das wünschen wir uns alle. Wie das konkret aussehen kann, das muss jeder für sich selbst herausfinden. Fakt ist, dass Deutschlands Rentner so fit und unabhängig sind wie nie zuvor. Wir werden nicht nur älter, wir sind auch länger gesund.

„Die heute 70-Jährigen sind so gesund, wie es die 60-Jährigen vor 20 Jahren waren“, hat Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Leiterin der Forschungsgruppe Geriatrie an der Charité Berlin, herausgefunden. Es waren auch noch nie so viele Senioren im Fitnessstudio oder bei VHS-Kursen aktiv. Auch bei der Entscheidung, wie und wo wir leben wollen, hat sich einiges getan. Wir stellen Ihnen Wohnformen im Alter vor und für wen diese geeignet sind.

Wo es immer noch am schönsten ist: Zuhause Wohnen im Alter

Egal ob Eigenheim oder Mietwohnung: Umfragen zeigen, dass zwei Drittel der Deutschen im Alter am liebsten weiter in den eigenen vier Wänden leben möchten. Das vertraute Umfeld und die persönlichen Bindungen will man nicht missen und bis ins hohe Alter genießen. Denken Sie rechtzeitig daran, Ihr Zuhause der neuen Lebensphase anzupassen. Barrierefreiheit durch Rampen, höhenverstellbare Arbeitsplatten oder einen Treppenlift tragen dazu bei, das eigene Zuhause altersgerecht umzugestalten.

Gemeinsam sind wir stark: Immer mehr entscheiden sich für eine Alters-WG

Ein relativ neuer Trend sind sogenannte Senioren-WGs. Hier schlägt man gemeinsam der drohenden Vereinsamung und Isolierung im Alter ein Schnippchen. Mit einer ordentlichen Portion Kontaktfreude und Kompromissbereitschaft kann diese Form von Wohnen im Alter für viele die perfekte Lösung sein. Gemeinsame Kosten und Anschaffungen machen dies außerdem zu einer der günstigsten Wohnformen. Wichtige Voraussetzungen sind Sympathie, klare Absprachen und übereinstimmende Vorstellungen vom Zusammenleben.

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Villa Kunterbunt: Mehrgenerationen-Projekte bringen Schwung ins Leben

Zuhause Wohnen im Alter

Das Konzept der Großfamilie, bei dem alle Generationen einer Familie unter einem Dach leben, gibt es heute kaum noch. Doch viele sehen große Vorteile darin, wenn Jung und Alt zusammen leben. So erfreuen sich sogenannte Mehrgenerationen-Häuser und –Wohnanlagen steigender Beliebtheit. In der Regel lebt in diesen Projekten jeder in einer abgeschlossenen Wohnung für sich. Gemeinsamkeit wird jedoch groß geschrieben.

Gemeinschaftliche Räume sind Orte der Begegnung und des Austausches. Zusammen kochen, miteinander reden, für den anderen einkaufen oder babysitten gehören hier ganz selbstverständlich zum Alltag. Jeder hilft jedem und achtet auf den anderen. Für viele mehr als ein Wohnkonzept - ein echtes Lebensgefühl.

Betreutes Wohnen – Wenn man Unterstützung braucht

Wenn ein selbstständiges Wohnen im Alter nicht mehr möglich ist, ist betreutes Wohnen in Form von betreuten Wohngruppen und Pflegeheimen eine Option. Informieren Sie sich im Vorhinein gut über die Heime in Ihrer Region. Datenbanken wie die „Weisse Liste“ helfen Ihnen, das neue Zuhause zu finden, das Ihnen die beste Betreuung bietet.

Win-Win für Studenten und Senioren: Wohnen für Hilfe

In Großstädten ist der Anteil an alleinstehenden Senioren besonders hoch. Hier droht Vereinsamung und Isolation. Wer alleine lebt, dem fällt es oft zunehmend schwer, sich zu Aktivitäten aufzuraffen. Alltägliche Erledigungen können außerdem wegen körperlicher Einschränkungen mühsam werden. Hier vermitteln Organisationen wie „Wohnen für Hilfe“. Sie bringen Studenten auf Wohnungssuche mit Senioren zusammen, die über freien Wohnraum verfügen. Entsprechend der Wohnungsgröße revanchieren sich die Studenten durch stundenweise Hilfe im Alltag.

Zuhause Wohnen im Alter

Lieber gemeinsam als einsam

140 Studien mit Daten von mehr als 300.000 Menschen haben Forscher zusammengeführt und daraus das Sterberisiko abgeleitet. Die Experten sind sich einig: Einsamkeit ist ein lange unterschätztes Gesundheitsrisiko, das vergleichbar ist mit Faktoren wie starkem Übergewicht, Alkoholmissbrauch oder Rauchen. Bei Menschen, die sozial aktiv sind und ein stabiles Umfeld aus Freunden und Bekannten haben, steigt die Wahrscheinlichkeit auf die Beibehaltung körperlicher Gesundheit um 50%. Ein Grund mehr, sich für die Idee von gemeinschaftlichem Wohnen zu öffnen und die Kontaktfreude auch im Alter weiter zu pflegen oder neu zu entdecken.

Tipps für das Wohnen im Alter

Seien Sie offen für neue Wohnformen. Möglicherweise gibt es in Ihrer Nähe innovative Wohnprojekte, die Sie besuchen und kennenlernen können.

  • Werden Sie aktiv und kreativ, um das aktuelle Zuhause für Ihr Alter zu rüsten. Experten für barrierefreies Wohnen, z.B. für Rampen oder Treppenlifte unterstützen Sie im Rahmen von kostenlosen Beratungen.
  • Kennen Sie sich selbst: Trauen Sie sich Neues zu, überfordern Sie sich aber nicht. Auch wenn Sie sich sozial zurückgezogen haben, lässt sich Kontaktfreude wieder einüben. Nehmen Sie an VHS-Kursen teil oder suchen Sie sich ein Ehrenamt, um Ihren „Kontaktmuskel“ zu trainieren.
  • Behalten Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten im Blick. Sprechen Sie eventuell mit Ihrem Bankberater und informieren Sie sich über Fördergelder, wenn es um die Finanzierung von Umbauten geht.
  • Planen Sie bereits in Zeiten der Unabhängigkeit für Zeiten eventueller Pflegebedürftigkeit.
  • Ernähren Sie sich gesund, bleiben Sie aktiv und im Kontakt mit der Welt, das ist die beste Gesundheitsfürsorge für ein glückliches Altern! Tipps und Anregungen finden Sie in unserer Rubrik „Fit & Gesund“.

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