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Archiv, 06.02.2013, 16:50

Muskelaufbau und Sturzprophylaxe - StairWalker im Mittelpunkt einer Studie zum aktiven Treppensteigen

Neuss Wissenschaftliche Untersuchungen erforschen Wirkung als Trainings- und Entlastungsgerät. Aktives Treppensteigen kann sturzvorbeugend wirken, denn es fördert nachweislich Kondition und Koordination. Tatsächlich steigt mit zunehmendem Alter das Sturzrisiko. Fast jeder dritte 65-Jährige fällt einmal pro Jahr, in der Gruppe der über 80-Jährigen sogar jeder Zweite. Vor diesem Hintergrund führt Professor Jürgen Freiwald, Leiter des Arbeitsbereiches Bewegungswissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal, gemeinsam mit dem Essener Beratungsunternehmen Sports Medical Consult (SMC) eine Studie zur Wirkung des Treppensteigens als aktive Trainingseinheit bei körperlich eingeschränkten Personen durch.

Im Mittelpunkt der Studie steht der StairWalker von ThyssenKrupp Encasa. Das weltweit einzigartige Trainingsgerät, das seit kurzem auf dem Markt ist, ermöglicht es, Treppen unter vermindertem Körpergewicht und schmerzfrei sowie sicher zu laufen. Dies gilt sowohl für die Anwendung im medizinischen als auch privaten Bereich. Das Team von SMC um Sportwissenschaftler Dr. Karsten Witte rechnet unter Benutzung des StairWalker mit einer gemessenen Gelenkentlastung von bis zu 30, gefühlt sogar 50 Prozent. „Damit verbessert sich spürbar die Beweglichkeit, das Treppensteigen macht wieder Spaß und dient als Trainingseinheit für den Muskelaufbau“, sagt Witte. In dieser Konsequenz gehen die Wissenschaftler davon aus, dass aktives Treppensteigen langfristig Stürzen vorbeugt.

Probandentests im Essener Philippusstift

Zur Verifizierung dieser Thesen findet im Februar 2013 der praktische Teil der Studie im Philippusstift in Essen, einem Betriebsteil des Katholischen Klinikums Essen, statt. 25 Probanden im Alter zwischen 55 und 70 Jahren testen dort unter fachlicher Anleitung den StairWalker. Ausgestattet mit modernster Technik – wie Bluetooth-gesteuerten Druck-Messohlen zur Ermittlung der Bodenreaktionskräfte – bewältigen die Probanden zehn Treppenstufen in jeweils drei Testphasen – einmal ohne und zweimal mit Unterstützung durch den StairWalker in jeweils unterschiedlichen Geschwindigkeiten. Zunächst erfolgt die Messung der so genannten „biomechanischen Parameter“. Dazu gehören Bodenreaktionskräfte, also der Druck beim Auftritt und somit die Gewichtsbelastung, sowie die Gelenkwinkel und körperspezifische Merkmale wie Gewicht und Geschlecht. Daneben werden zusätzlich vor und nach jedem Durchgang die physiologischen Parameter, das heißt Blutdruck und Herzschlagfrequenz, festgestellt. Nach den Tests füllen die Probanden außerdem einen Anamnese-Fragebogen sowie verschiedene Fragebögen nach internationalen Standards aus, die Aufschluss über ihr subjektives Gesundheitsempfinden und ihre Aktivitäten des täglichen Lebens geben. „Auf diese Weise ist es möglich, den Einfluss des StairWalker bei verschiedenen Krankheitsbildern zu ermitteln und auf Basis dieser Daten in einem späteren Schritt gezielte Trainingsprogramme mit dem StairWalker zu entwickeln“, sagt Witte.

Neue Therapieansätze – vielfältiges Einsatzspektrum

Wenn die Tests bis Ende April 2013 ausgewertet sind und sich die Thesen der Wissenschaftler bestätigen, könnte der StairWalker nach Einschätzung der Studienleiter und dem medizinischem Fachpersonal insbesondere die Therapieansätze im Bereich der Rehabilitation unterstützen. So schätzen Physiotherapeuten den StairWalker vor allem als Trainingsgerät. „Durch die Druckentlastung der Gelenke können Patienten mit weniger oder nahezu schmerzfrei Treppen steigen, was auf lange Sicht den Muskelaufbau und somit die alltägliche Fitness fördert“, sagt Nadine Vana-Antona, Physiotherapeutin im Philippusstift. Dr. Karsten Witte und Michael Eckerl, SMC Geschäftsleitung Organisation, sehen darüber hinaus noch weitere Einsatzmöglichkeiten des StairWalker: „Die Konstruktion ermöglicht das Treppensteigen mit natürlichem Gangbild, was mit anderen Mobilitätshilfen wie Gehstöcken nicht gelingt. In diesem Sinne könnten wir uns den Einsatz auch gut vorstellen, wenn es darum geht, nach einem Unfall oder einer Operation generell das Laufen wieder zu erlernen“, sagt Eckerl.

Probanden merken spürbare Entlastung

Monika Reschke gehörte zu den ersten Probanden, die die Tests mit dem StairWalker durchgeführt haben. Neben einem Fersensporn leidet die 56-Jährige unter akuten Bandscheibenproblemen. „Beim Treppensteigen mit dem StairWalker habe ich den Schmerz im Fuß kaum noch gespürt“, sagt Reschke begeistert. Sie kann sich ein aktives Training mit dem StairWalker durchaus vorstellen, um dauerhaft wieder schmerzfrei laufen zu können. So wie Monika Reschke leiden die übrigen Probanden ebenfalls unter orthopädischen oder aber neurologischen oder kardiologischen Erkrankungen – entscheidende Kriterien für die Auswahl der Studienteilnehmer. „Knie- und Hüftgelenkserkrankungen sowie Herz-Kreislauferkrankungen und neurologische Krankheitsbilder wie Drehschwindel gehören zu den typischen Krankheitsbildern in der Gruppe der über 60-Jährigen, aus denen eine erhöhte Sturzgefahr resultiert. Unter diesen Gesichtspunkten trägt die Auswahl der Probanden entscheidend dazu bei, mit Hilfe des StairWalker für die einzelnen Krankheitsbilder passende Therapieansätze zu entwickeln und so Stürzen langfristig vorzubeugen“, sagt Witte.

Wissenschaftliche Veröffentlichung für April 2013 geplant

Sobald die Tests im Philippusstift abgeschlossen sind, erfolgt eine detaillierte Auswertung der Messergebnisse durch SMC. Professor Dr. Jürgen Freiwald wird im Anschluss daran die Ergebnisse aufarbeiten und in einem wissenschaftlichen Gutachten festhalten. Die Veröffentlichung ist für Ende April 2013 geplant.

Über ThyssenKrupp Encasa

Die ThyssenKrupp Encasa GmbH gehört zu den größten Anbietern von Treppen-und Plattformliften sowie Home Elevators und innovativen Produkten wie dem StairWalker in Deutschland. Das Tochterunternehmen von ThyssenKrupp Elevator ist Teil der Operating Unit Access Solutions, die die Produktion, den Vertrieb und den Service dieser Produkte verantwortet. Mit mehr als 47.000 Mitarbeitern, einem Umsatz von 5,7 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2011/2012 und Kunden in 150 Ländern zählt ThyssenKrupp Elevator zu den führenden Aufzugsunternehmen der Welt. Das Portfolio umfasst Personen- und Lastenaufzüge, Fahrtreppen und Fahrsteige, Fluggastbrücken, Home Elevator, Treppen- und Plattformlifte sowie maßgeschneiderte Servicelösungen für die gesamte Produktpalette. 900 Standorte rund um den Globus bilden ein dichtes Vertriebs- und Servicenetz und sichern somit eine optimale Nähe zum Kunden. Die Business Area Elevator Technology bündelt die weltweiten Konzernaktivitäten im Geschäftsfeld Personenbeförderungsanlagen.

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