Essen auf Rädern: Täglich eine warme Mahlzeit

Essen auf Rädern – Die mobile Mahlzeitenversorgung für Senioren ist in Deutschland ein vergleichsweise "junges" Phänomen. 1961 wurden zum ersten Mal 30 Rentnerinnen und Rentner in Berlin mit Essenslieferungen direkt nach Hause unterstützt. Seitdem ist Essen auf Rädern ein gängiger Begriff geworden, doch viele vermuten dahinter nach wie vor einen qualitativ minderwertigen Notbehelf für Menschen, denen keine andere Wahl bleibt.
Dabei hat sich seit den Anfängen viel getan. Nahezu flächendeckend ist es heute in Deutschland möglich, sich sein Essen bringen zu lassen – vielerorts besteht dabei die Auswahl zwischen einer Vielzahl von Anbietern.

Essen auf Rädern

Viele Lieferanten nennen ihre Angebote heute Menüdienst, Mahlzeitenservice oder schlicht Catering und bemühen sich, den Ruf einer kargen Kantinenkost ausschließlich für ältere Menschen zu verbessern. Tatsächlich lassen sich mittlerweile auch jüngere Reha-Patienten ebenso wie überlastete Freiberufler oder ganze mittelständische Unternehmen von Firmen beliefern, deren Kerngeschäft in der Essensversorgung von Senioren liegt.
Mobile Mahlzeitendienste finden aber auch heute noch ihre Hauptkundschaft bei älteren Menschen und versprechen, insbesondere altersgerechte, leichte Kost und verschiedene Diätvarianten vorzuhalten. So stehen meist auch salzarme, laktosefreie und vegetarische Speisen sowie Diabetikermenüs und Mahlzeiten für Menschen mit Schluckbeschwerden zur Verfügung. Viele Dienste liefern auch am Wochenende und an Feiertagen, häufig werden auch Getränke oder sogar die Tageszeitung bei Bestellung mitgebracht. In der Regel wird dabei ein Essensabonnement über einen bestimmten Zeitraum vertraglich abgeschlossen. Menüwahl, Stornierungen und Umbestellungen sind telefonisch oder im Internet möglich.

Was kostet Essen auf Rädern?

Die Mahlzeiten liefern Bringdienste täglich in Alubehältern oder auch auf Porzellan, wöchentlich kann man sich in den meisten Fällen auch Tiefkühlkost zum selbständigen Aufwärmen bestellen. Die Preise pro Essen variieren zwischen gut 2,50 Euro und 10 Euro. Für bedürftige Senioren besteht zudem die Möglichkeit, sich den Menüservice nach dem Sozialhilfegesetz bezuschussen zu lassen. Essen auf Rädern wird durch die Pflegeversicherung allerdings nicht bezuschusst.

Wie finde ich den richtigen Anbieter? Die Suche nach dem passenden Menüdienst

Vor Abschluss des Vertrages kann der Kunde heute vielerorts Anbieter vergleichen. Den überwiegenden Teil der Lieferanten machen immer noch die Dienste der großen gemeinnützigen Wohlfahrtsverbände aus. Das bringt gegebenenfalls Vorteile in der Kombination mit anderen Beratungs- und Pflegeangeboten. Aber auch viele private Dienstleister bieten die mobile Speiseversorgung an. Ob Wohlfahrtsverband oder Privatanbieter, wer einen Vertrag für sein tägliches Mittagessen abschließen möchte, sollte dabei auf folgende Punkte achten:

  • Probieren geht über studieren. Bei vielen Anbietern gibt es ein Probemenü kostenfrei oder zumindest zum Sonderpreis.
  • Angebot und Abwechslung: Prüfen Sie, wie variantenreich die tägliche Auswahl beim jeweiligen Dienst ist.
  • Werden Ihre Diätwünsche erfüllt? Haben Sie das Gefühl, genug Wahlmöglichkeiten zu haben oder ist der Speiseplan eher eintönig?
  • Bestellen und stornieren. Wie kurzfristig können Sie Ihre Menüwahl treffen? Können Sie problemlos stornieren oder umbestellen, wenn etwas dazwischenkommt? Geht der Anbieter auf spezielle Wünsche flexibel und höflich ein?
  • Verträge: Lassen Sie sich nicht auf langfristige Verträge ein. Seriöse Anbieter werden Sie nicht knebeln.
  • Ernährungsberatung und Information: Manche Anbieter halten eine kostenfreie Ernährungsberatung vor.
  • Seriosität zeigt sich auch an der Deklaration von Nährwerten und Inhaltsstoffen.

Essen auf Rädern – Worauf man bei der Menüwahl achten sollte

Die Stiftung Warentest hat eine ganze Reihe von Mahlzeitenlieferanten für ältere Menschen untersucht und war dabei keineswegs immer zufrieden – zu kalorien- und fettreich schienen die Speisen. Im Alter benötigt man weniger Kalorien und sollte auf salzarme und leichte Kost achten. Bei einem Anbieter mit großer täglicher
Menüwahl können Sie dafür selbst einiges tun.

  • Kein falscher Stolz! Auch wenn Sie keine spezielle Diät benötigen, können Sie mindestens einmal wöchentlich fleischlose, salzarme oder bekömmliche Kost wählen.
  • Achten Sie bei Ihrer Auswahl auf ausreichend Vitamine und Ballaststoffe, wie sie in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten enthalten sind.
  • Milchprodukte sind gut für die Knochen, Fisch stärkt Hirn und Nerven.
  • Fragen ist erlaubt! Nehmen Sie angebotene Ernährungsberatungen in Anspruch und erkundigen Sie sich bei Bedarf nach der Zusammenstellung der täglichen Speisen.
  • Essen Sie nur solange, wie Sie Hunger haben.
  • Trinken Sie ausreichend, die meisten Dienste bringen auch Getränke mit.

Sie dürfen, auch wenn Sie nicht mehr alles selbst machen können, ein kritischer Verbraucher bleiben! Dann kann der gut gewählte Menüdienst für Essen auf Rädern Ihnen im Alter das schöne Gefühl geben, versorgt zu sein und Kraft und Nerven zu sparen.